






[Begegnung mit den Erinnerungen meiner Großmutter und der ursprünglichen Landschaft Japans auf der Insel Sado]
Letzten Sommer besuchte ich zum ersten Mal die Insel Sado, den Geburtsort meiner verstorbenen Großmutter. Sado ist die größte abgelegene Insel auf der Seite des Japanischen Meeres und von Niigata aus mit der Fähre erreichbar. Sie ist ein beliebtes Touristenziel, bekannt für ihre reiche Natur, die zum Weltkulturerbe gehörenden Minenruinen und ihre geschichtsträchtigen Stadtbilder. Wenn man bei starkem Sonnenlicht mit der Fähre zur Insel übersetzt, vermitteln die tiefe Farbe des Meeres und die zerklüfteten Felswände – ganz anders als auf Honshu – das Gefühl, in einem anderen Land angekommen zu sein.
Meine in der Taisho-Zeit geborene Großmutter wuchs in Shukunegi an der südlichsten Spitze der Insel Sado auf. Shukunegi ist eine Hafenstadt, die vom Ende der Edo-Zeit bis zur Meiji-Zeit als Anlaufhafen für die Kitamaebune-Schiffe florierte, die Hokkaido und Osaka kommerziell verbanden. Heute stehen dort noch mehr als 100 Privathäuser mit Holzwänden, und der Ort wurde als nationales „Wichtiges Erhaltungsgebiet für Gruppen traditioneller Gebäude“ ausgewiesen. Beim Spaziergang durch die nostalgischen Häuser, die die Wärme des Holzes ausstrahlen, und durch die labyrinthartigen Gassen fühlte ich mich, als wäre ich in die Zeit zurückgereist, in der meine Großmutter lebte.
Am Hafen, der sich hinter den Häusern erstreckt, unternahm ich auch eine Fahrt in einem „Hangiri“ (Wannenboot), das nur aus Zeder und Bambus gefertigt ist. Das Boot, das vom Bootsmann ganz langsam und ruhig gerudert wurde, schwankte weniger als erwartet. Eingehüllt in die angenehme Meeresbrise konnte ich die Landschaft, die meine sanfte und fleißige Großmutter wohl auch gesehen hatte, still in mein Herz schließen. Zu Beginn der Showa-Zeit zog meine Großmutter nach Otaru in Hokkaido, das damals vom Vorkriegs-Wohlstand boomte. Doch in den Straßen der Insel Sado fließt die Zeit immer noch friedlich und bewahrt jene ursprüngliche Landschaft Japans, von der man denkt: „Möge sie für immer so bleiben“.
Auf der Insel sind wertvolle Minenruinen in ihrer ursprünglichen Form erhalten, wie die größte Goldmine Japans, die 2024 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, und die Flotationsanlage von Kitazawa, die wegen ihres jenseitigen Aussehens als das „Laputa der Insel Sado“ bekannt ist. Ihr von Pflanzen bewachsener Anblick ist selbst im Verfall noch schön, und ihr überwältigendes Ausmaß erzählt vom Wohlstand jener Zeit. Die zum ersten Mal besuchte Insel Sado war ein wunderschönes Land, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart sanft kreuzen. Es ist ein Ort, den ich vielen Menschen von Herzen empfehlen möchte.
Produkte, die auf dieser Insel Sado hergestellt wurden, können Sie auch in unserem Showroom in Otaru besichtigen. Das Straw Pot Stand von Honma Kazuo Shoten ist ein traditioneller Untersetzer, der aus dem Stroh nach der Reisernte gefertigt wird. Da alles in Handarbeit entsteht, ist die Textur des geflochtenen Strohs bei jedem Stück anders. Bitte überzeugen Sie sich im Showroom in Otaru selbst davon, indem Sie sie in die Hand nehmen.
Straw Pot Stand von Honma Kazuo Shoten
https://www.shokunin.com/de/honma/nabeshiki.html
Showroom in Otaru
https://www.shokunin.com/de/showroom/otaru.html
Referenzen
https://www.visitsado.com
https://www.kitamae-bune.com/about/main/



