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[Die ehemalige öffentliche Halle des Bezirks Hakodate und Motomachi]

Auf einem Hügel mit Blick auf den Hafen der Stadt Hakodate in Hokkaido steht ein westliches Gebäude, das mit wunderschönen blaugrauen und gelben Verzierungen geschmückt ist. Es handelt sich um die ehemalige Stadthalle von Hakodate, die als wichtiges Kulturgut Japans ausgewiesen ist. Das 1910 (Meiji 43) erbaute westliche Holzgebäude war seit 2018 wegen Konservierungs- und Reparaturarbeiten geschlossen, hat aber 2021 sein ursprüngliches Aussehen wiedererlangt. Neugierig auf sein neues Aussehen, besuchte ich Hakodate vor einigen Jahren zu Beginn des Winters.

Der Hügel, auf dem die ehemalige öffentliche Halle des Bezirks Hakodate steht, befindet sich im Stadtteil Motomachi, auf halber Höhe des Berges Hakodate, wo historische Gebäude die Straßen säumen. Die Stadt Hakodate wurde 1859 (Ansei 6) nach der Unterzeichnung des Freundschafts- und Handelsvertrags neben Yokohama und Nagasaki als einer der ersten Außenhandelshäfen Japans eröffnet. Nach der Eröffnung strömten fremde Kulturen in diese Gegend und prägten das unverwechselbare Straßenbild von Motomachi, das von Gebäuden im ausländischen Stil und Kirchen verschiedener Konfessionen gesäumt ist. Jedes dieser Gebäude wurde wiederholt konserviert und restauriert, sodass es bis heute sein historisches Aussehen bewahrt hat.

Unter ihnen sticht die ehemalige Hakodate Ward Public Hall mit ihrer eleganten Präsenz hervor. Sie wurde 1910 (Meiji 43) als Ersatz für das 1907 (Meiji 40) durch einen verheerenden Brand zerstörte Rathaus erbaut und durch Spenden des wohlhabenden Kaufmanns Soma Teppei und der Bürger finanziert. Dieses prächtige, symmetrische Gebäude im Kolonialstil spiegelt sowohl das hohe architektonische Können der damaligen Zeit als auch den unerschütterlichen Willen der Menschen wider, sich von dem großen Brand zu erholen.

Im Inneren sind zahlreiche wertvolle Einrichtungsgegenstände ausgestellt, die japanische und westliche Elemente miteinander verbinden und einen Einblick in die Atmosphäre der damaligen Zeit geben. Die Möbel im westlichen Stil wurden von Möbelhandwerkern aus Hakodate angefertigt, nachdem sie sich in Möbelgeschäften in Tokio mit den Designs vertraut gemacht hatten. Der Kamin ist mit seltenen britischen viktorianischen Kacheln verziert, die zu dieser Zeit sehr geschätzt wurden. Im zweiten Stock befindet sich ein beeindruckend geräumiger Hauptsaal mit einer abgehängten Decke, die störende Säulen überflüssig macht. Die Gipsdecke ist mit wunderschönen Blumen verziert, während der Rand der Decke mit Holzschnitzereien von Pflanzen und Bändern verziert ist. Jedes Detail zeugt von der Kunstfertigkeit und dem ästhetischen Empfinden der Handwerker, die sich kompromisslos in ihre Arbeit gestürzt haben. Darüber hinaus bietet der Balkon, der mit dem großen Saal verbunden ist, einen spektakulären Blick auf den Hafen von Hakodate.

Um die ehemalige öffentliche Halle des Bezirks Hakodate herum liegen verstreut Kirchen wie die katholische Motomachi-Kirche, die orthodoxe Kirche von Hakodate und die St. John's Church von Hakodate. Die Spuren der Menschen, die ihren Glauben und ihre Lebensweise in diesem fremden Land schätzten und bewahrten, sind auch heute noch lebendig präsent.

Das Motomachi-Viertel ist nicht nur ein attraktives Touristenziel, sondern auch ein Wohnviertel mit öffentlichen Einrichtungen wie Schulen. Um das sorgfältig gepflegte Straßenbild und das friedliche Alltagsleben der Bürger zu bewahren, sollten wir alle, die wir diesen Ort besuchen, ihm mit Respekt und Zurückhaltung begegnen. Begeben Sie sich diesen Winter doch auf eine Reise nach Hakodate, das reich an fremdländischem Charme ist, um die Geschichte seiner Straßen zu erleben.

Ehemalige öffentliche Halle des Bezirks Hakodate
https://maps.app.goo.gl/GV7X1qTPdxEgzJJ1A
Otaru Showroom
https://www.shokunin.com/de/showroom/otaru.html

Quellenangaben
https://hakodate-kokaido.jp/2021/04/20/history/
https://www.hkd.mlit.go.jp/hk/tikkou/m8lgt80000000bz3.html
https://www.hakobura.jp/features/98