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[Obihiros Schweinefleischschüssel]

Die Wurzeln von Obihiros berühmter „Schweinefleischschüssel” reichen bis in die Pionierzeit der Meiji-Periode zurück. Als sich die von Benzo Yoda angeführte „Banseisha”-Gruppe 1883 in Tokachi niederließ, brachten sie vier Schweine mit, was den Beginn der Schweinezucht markierte.

Unter den harten Bedingungen jener Zeit waren Schweine so wichtig für das Leben der Siedler, dass es bis heute das Sprichwort „Schweine und ein Topf zu Beginn der Landgewinnung“ gibt. Für Menschen, die schwere Arbeit verrichteten, war das leicht verfügbare Schweinefleisch eine wertvolle Nahrungsquelle, die für den Aufbau von Kraft geschätzt wurde.

Die Schweinezucht breitete sich von der späten Meiji-Zeit bis zur Taisho-Zeit weiter aus, und gegen Ende der Taisho-Zeit war der Verzehr von Schweinefleisch bereits weit verbreitet. Mit der florierenden Schweinezucht in der Region Tokachi etablierte sich Schweinefleisch als vertraute und leicht verfügbare Zutat für die lokale Bevölkerung.

Der Mann, der dieses Schweinefleisch zu einem einzigartigen Gericht perfektionierte, war Shuji Abe vom Restaurant „Pancho“, das 1933 in Obihiro gegründet wurde. Da er kein teures und schwer zu findendes Aalfleisch bekommen konnte, ließ er sich von einer Aalschüssel (Unadon) inspirieren. Er entwickelte „Schweinefleischschüssel“ (Butadon), indem er leicht erhältliches Schweinefleisch über Holzkohle grillte und es mit einer süß-salzigen Sojasauce überzog.

Die Schweinefleischschüsseln, die ihren Ursprung im „Pancho“ haben, verbreiteten sich aufgrund ihrer Einfachheit, da sie nur Grundzutaten wie Zucker und Sojasauce erfordern, als „hausgemachter Geschmack“ in den Haushalten von Tokachi.

Während dick geschnittenes Lenden- oder Bauchfleisch authentisch ist, eignet sich auch dünn geschnittenes Fleisch gut. Vor dem Garen sollte das Schweinefleisch eingeschnitten werden, damit es beim Grillen nicht schrumpft oder sich wellt. Der Schlüssel liegt in der Reduzierung der Sauce. Zuerst werden Zucker, Sake und Mirin erhitzt, bis sie karamellisieren und duften. Dann wird am Ende Sojasauce hinzugefügt, um eine tiefe Fülle und Glanz zu erzielen, ohne an Geschmack zu verlieren.

Heute ist die Obihiro-Schweinefleischschüssel landesweit als repräsentatives lokales Gourmetgericht von Hokkaido anerkannt. Sie ist so beliebt, dass sie sogar als Fertiggericht (Hot Chef) bei Seicomart, einer Convenience-Store-Kette mit Sitz in Hokkaido, verkauft wird.

Die Obihiro-Schweinefleischschüssel verkörpert die Weisheit der Pioniere des nördlichen Landes. Was als Ersatz für Aal begann, hat sich heute als einzigartige kulinarische Kultur fest etabliert.

Menbachi von Ichiyougama
https://www.shokunin.com/de/ichiyou/menbachi.html
Donburi von Seiryugama
https://www.shokunin.com/de/seiryu/donburi.html

Referenzen
https://hokkaidofan.com/foods_butadon/
https://www.maff.go.jp/j/keikaku/syokubunka/k_ryouri/search_menu/menu/butadon_hokkaido.html
https://ja.wikipedia.org/wiki/%E8%B1%9A%E4%B8%BC
https://www.hotpepper.jp/mesitsu/entry/niwanomomo/2023-00828 (Rezept)