1

2

151118 2652

IMG_9287

[Bento-Kultur]

Kennen Sie das Rakugo (traditionelles komisches Storytelling) mit dem Titel „Nagaya no Hanami“ (Kirschblütenschau im Mietshaus)? Es ist eine humorvolle Geschichte über die Bewohner eines lebhaften, aber armen Mietshauses, die ihre Blütenschau genießen, indem sie Bancha-Tee aufkochen, damit er wie Sake aussieht, gelben eingelegten Rettich (Takuan) als Ersatz für Eierrollen verwenden und Daikon-Rettich-Pickles als Kamaboko-Fischkuchen ausgeben.

Die Japaner genießen seit jeher jahreszeitliche Ausflüge, und das „Bento“ (Lunchbox) war schon immer ein unverzichtbarer Teil dieses Erlebnisses. Ob bei den abendlichen Festen zur Abkühlung und dem Feuerwerk in Ryogoku, beim Muschelsammeln am Strand von Shinagawa oder bei der Ahornblütenschau in den Hügeln von Ueno – die Menschen genossen das Essen in den Bootshäusern und Teehäusern, die diese berühmten Orte säumten. Insbesondere die Kirschblüten-Bento der Reichen galten als luxuriös: mit Maki-e verzierte Sets, die Sake-Flaschen und gestapelte Boxen (Jubako) kombinierten, gefüllt mit frühen, in Sud geschmorten Bambussprossen, Eierrollen nach Castella-Art, gepresstem Seebrassen-Sushi und Süßkartoffelpüree (Kinton).

Heute ist das Bento ein Teil des täglichen Lebens für Pendler und Studenten. Von „Charaben“ (Figuren-Bento) und „Lokaben“ (Mahlzeiten für Filmteams) bis hin zu „Ekiben“ (Bahnhof-Bento) nutzen heute viele Menschen auch tiefgekühlte Liefermahlzeiten oder ernährungsphysiologisch ausgewogene Bento für die häusliche Pflege. Ich frage mich oft, warum ich das Essen gehen leid werde, aber ein einfaches, hausgemachtes Bento nie satt bekomme. Es ist eine seltsame Sache. Das japanische „BENTO“ ist auch im Ausland beliebt und erregt Aufmerksamkeit durch seine farbenfrohe Schönheit und sein Gesundheitsbewusstsein. Besonders Karaage (frittiertes Hühnchen), Teriyaki und Onigiri sind beliebt. Selbst in unserem Ginza Showroom, der viele internationale Besucher empfängt, sieht man Menschen, die lächelnd Yamaichis dreieckige Onigiri-Formen oder Kurikyus Magewappa-Bento-Boxen in die Hand nehmen.

Jeder liebt Bento! In der Welt des Bento scheint es eine „Kompakt-Orientierung“ zu geben, die man als den Kern der japanischen Kultur bezeichnen könnte. Tatsächlich ist „Kompaktheit“ eine japanische Spezialität. Dies zeigt sich in gestapelten Boxen (Jubako) und ineinandergreifenden Schalen, die bei Nichtgebrauch gestapelt werden können, sowie in Futons und Kimonos, die sich zusammenfalten lassen. Man sieht es auch in der Art und Weise, wie der traditionelle chinesische Rundfächer (Uchiwa) zu einem faltbaren Fächer (Sensu) verbessert wurde, oder in Gärten und Bonsai, die darauf ausgelegt sind, die weite Natur so zu schrumpfen, dass sie in ein Haus passt. Dies knüpft auch an die Teezeremonie an, die das spirituelle „Wabi-Sabi“ in einem winzigen Raum von etwa zwei Tatami-Matten verfolgt. Im Gegensatz zur „Expansionskultur“ des Westens schafft diese Kultur Wert und Schönheit innerhalb der Kleinheit, jenseits von bloßer pfysischer Reduzierung oder Effizienz.

Und die „Kompaktheit des Essens“ ist genau das, was das Bento ausmacht. Es ist leicht zu transportieren und einfach zu essen. Es verkörpert die japanische Esskultur und Ästhetik. Vom „Makunouchi-Bento“, das in den Theaterpausen gegessen wird, bis hin zum „Shokado-Bento“, das den Fluss der Kaiseki-Küche einbezieht, sind sie so spannend anzusehen, dass es fast wie Verschwendung erscheint, sie zu essen.

Heutzutage neigen immer mehr Menschen dazu, mit kleineren oder weniger Dingen zu leben, anstatt große oder viele Gegenstände zu besitzen. Vor langer Zeit machten die Japaner sogar „Musik“ tragbar, indem sie den Walkman erfanden. Ich bin gespannt, was sich durch die Nutzung dieser Spezialität der „Kompaktheit = menschliche Weisheit“ noch erreichen lässt. Packen wir erst einmal eine kompakte Box voller Liebe ein und machen uns auf zur Kirschblütenschau!

Magewappa Bento Box von Kurikyu (Unfinished)
https://www.shokunin.com/de/kurikyu/mutosou.html
Triangular Onigiri Mold von Yamaichi
https://www.shokunin.com/de/yamaichi/onigiri.html
Lunch Box von Matsuya Shikkiten
https://www.shokunin.com/de/matsuya/
Jubako von Appi Urushi Studio
https://www.shokunin.com/de/appi/jubako.html
Ginza Showroom
https://www.shokunin.com/de/showroom/ginza.html