



[Die Wahl des richtigen Teegeschirrs für japanischen Tee]
Wir sind in die Jahreszeit des lebendigen, frischen Grüns eingetreten. Jedes Jahr um den 2. Mai markiert der 88. Tag nach dem ersten Frühlingstag — bekannt als "Hachiju-hachiya" (die 88. Nacht) — den Übergang vom Frühling zum Sommer. Shincha (neuer Tee), der in dieser Zeit geerntet wird, wird als Glücksbringer für Gesundheit und Langlebigkeit geschätzt. Obwohl ich mich für meine tägliche Tasse oft auf die Bequemlichkeit von Teebeuteln verlasse, führte mich der Wunsch, die Segnungen der Jahreszeit bewusst zu genießen, dazu, Teegeschirr genauer unter die Lupe zu nehmen, nur um von der tiefgreifenden Vielfalt überrascht zu werden.
Die Namen sind vielfältig: Yunomi, Kumidashi, Senchawan und Gyokuro-Chawan. Als jemand, der nicht daran gewöhnt ist, täglich Tee in einem Kyusu (Teekanne) zuzubereiten, verstand ich die Unterschiede nicht genau und fragte mich, welches ich wählen sollte, wenn ich nur eine Art in mein Zuhause aufnehmen würde. Überraschenderweise sind auch Sobachoko (Soba-Dipschalen) starke Kandidaten. Jedes Stück variiert in Material, Form, Dicke und darin, wie es das Aroma freisetzt oder sich an den Lippen anfühlt. Diese unterschiedlichen Merkmale scheinen den Geschmack des Tees selbst zu beeinflussen, und die Wahl eines Gefäßes, das zur Jahreszeit oder zum Geist der Gastfreundschaft passt, scheint das Erlebnis noch köstlicher zu machen.
Yunomi ist die bekannteste Art von Teegeschirr. Sie sind oft zylindrisch und für den einfachen täglichen Gebrauch konzipiert. In einer Größe, die man mit einer Hand halten kann, übertragen sie eine wohlige Wärme und passen natürlich zu Mahlzeiten oder täglichen Snacks. Sie eignen sich gut für Bancha oder Hojicha.
Kumidashi haben in der Regel eine weite Öffnung und ein flacheres Profil. Sie werden oft mit einer Untertasse (Chataku) verwendet, wenn Gäste bewirtet werden. Ihre Form ermöglicht es dem Aroma, sich auszubreiten, und der aufsteigende Dampf ist sichtbar, was eine entspannende Atmosphäre schafft.
Senchawan sind klein und dünnwandig. Sie sind ideal zum Genießen von hochwertigem Sencha, der bei niedrigeren Temperaturen aufgebrüht wird. Gefäße aus weißem Porzellan oder mit blassen Glasuren betonen die Farbe des Tees und ermöglichen so auch einen visuellen Genuss.
Gyokuro-Chawan sind spezialisierte Gefäße, um das Umami und das Aroma von Gyokuro langsam zu genießen. Sie sind bemerkenswert klein, dünn und zart. Sie ermöglichen einen luxuriösen Moment, in dem man den sanften Duft und die Süße wahrnehmen kann, die sich am Gaumen ausbreitet.
Schließlich sind Sobachoko, obwohl sie ursprünglich für Dipsauce gedacht waren, durch ihre exquisite Form und Größe — mit einer weiten Öffnung und einem wohlproportionierten Körper — unglaublich vielseitig. Sie dienen perfekt als Teegefäße und passen sogar zu Kaffee, ganz wie ein Becher.
Unter der heiteren Frühsommersonne fühlt sich ein leichtes Gefäß, das bequem in der Hand liegt, genau richtig an. Schlichtes, aber charaktervolles Geschirr verstärkt den erfrischenden Duft von grünem Tee und harmoniert wunderbar mit Hojicha oder Bancha. Nach reiflicher Überlegung war das Einzige, was ich entschied, dass ich die Farbe des Tees zusammen mit den wechselnden Jahreszeiten genießen wollte.
Die glatte Textur der Arbeiten von Seiryugama weist eine weiße Glasur namens "Zansetsu" (Lingering Snow) auf, die einen Berg während der Schneeschmelze im Frühjahr ausdrückt und ein Synonym für den Brennofen ist. Während es ein natürliches und sanftes Gefühl bewahrt, lässt dieses Gefäß das lebendige, frische Grün des Tees wunderbar vor dem sanften weißen Hintergrund hervortreten. Jedes Mal, wenn ich eine Tasse einschenke, spüre ich die erfrischende Präsenz des Frühsommers, die einen wahrhaft bereichernden Moment verspricht.
Yunomi (Teetasse) von Seiryugama
https://www.shokunin.com/de/seiryu/yunomi.html
Kumidashi von Seiryugama
https://www.shokunin.com/de/seiryu/kumidashi.html
Senchawan (Sencha-Tasse) von Seiryugama
https://www.shokunin.com/de/seiryu/sencha.html
Sobachoko von Seiryugama
https://www.shokunin.com/de/seiryu/soba.html
Referenzen
https://www.nihonwasyokutakubunka.com/column/2942
https://www.e-cha.co.jp/contents/yunomi-erabikata/
https://nihoncha-salon.com/senchadou/what-is-senchawan/