


[Tokoroten]
Transparent, kühl anzusehen und mit einer glatten, erfrischenden Textur, die angenehm die Kehle hinuntergleitet. Mögen Sie "Tokoroten", eine Speise, auf die man in den heißen Sommermonaten ganz von selbst Appetit bekommt? "Tokoroten" wird hergestellt, indem man eine Rotalgenart namens "Tengusa" (Gelatine-Alge) kocht und auflöst, die Flüssigkeit in eine Form gießt, abkühlt und fest werden lässt. Anschließend wird der erstarrte Block mit einem traditionellen Werkzeug namens "Tokoroten-zuki" in lange, dünne, nudelartige Streifen gepresst. In der traditionellen ostasiatischen Medizin wird angenommen, dass "Tengusa" die Sommermüdigkeit lindert, indem es die Hitze aus Brust und Magen vertreibt und den Durst stillt. Da es reich an Mineralien ist, hilft es, die durch das Schwitzen verlorenen Nährstoffe wieder aufzufüllen, weshalb der Verzehr von "Tokoroten" im Sommer durchaus sinnvoll ist.
Haben Sie schon einmal so lange auf die japanischen Schriftzeichen für "tokoroten" gestarrt, bis die Buchstaben in Ihrem Kopf durcheinandergingen? Es ist eigentlich kein Wunder, dass das Wort ein wenig seltsam erscheint. Historisch gesehen wurde "Tokoroten" mit den Zeichen "心太" (wörtlich "Herz-dick") geschrieben und in der Nara- bis Heian-Zeit als "Kokorofuto" bezeichnet. Unter verschiedenen Theorien wird angenommen, dass sich "Kokorofuto" allmählich zu "Kokorotei" wandelte und sich schließlich zu dem heute gebräuchlichen modernen Wort "Tokoroten" entwickelte.
Die Art und Weise, wie "Tokoroten" gewürzt wird, unterscheidet sich zwischen dem Osten und dem Westen Japans erheblich. Während der Edo-Zeit war "Tokoroten" ein beliebter Zwischensnack bei den einfachen Leuten in Edo (dem heutigen Tokio). Straßenverkäufer pressten das "Tokoroten" direkt vor Ort durch den Schneider, um es den Kunden zu servieren. Da Sojasauce damals weithin verfügbar wurde, etablierte es sich, "Tokoroten" mit Sojasauce oder Essig-Sojasauce als leichten Snack oder als Beilage zu alkoholischen Getränken zu essen. Auf der anderen Seite gab es in der Kamigata-Region (dem Gebiet um Kyoto und Osaka) seit langem die Kultur, "Kuzukiri"—Nudeln aus Pfeilwurzelstärke ("Kuzuko")—mit "Kuromitsu" (schwarzem Zuckersirup) zu essen. Da "Tokoroten" in Aussehen und Textur dem "Kuzukiri" sehr ähnlich ist, war es eine natürliche Entwicklung, es ebenfalls als Dessert zu genießen, verfeinert mit "Kuromitsu" oder "Kinako" (geröstetem Sojabohnenmehl). Darüber hinaus gibt es in ganz Japan verschiedene lokale Varianten, bei denen Senf, Ingwer, getrocknete Bonitoflocken oder Pflaumenessig hinzugefügt werden, was die reiche regionale Esskultur widerspiegelt.
Es gibt zwar viele Möglichkeiten, "Tokoroten" zu genießen, aber es direkt aus der Verpackung zu essen, ist fast ein wenig schade. Wenn man es vor dem Hinzufügen von Saucen oder der Zubereitung kurz mit Wasser abspült und gut abtropfen lässt, lässt sich das typische, meerartige Aroma der Alge abmildern. In einer vorgekühlten Schale serviert, wirkt das Ganze noch erfrischender. Der Hochsommer steht kurz vor der Tür. Gönnen Sie sich doch eine kühlende, erfrischende Auszeit mit Ihrem Lieblingsgeschirr und feinen Gewürzen.
Black & White Bowl von Ceramic Japan
https://www.shokunin.com/de/ceramicjapan/shirokuro.html
Referenzen
https://www.youtube.com/watch?v=-d-oCRI9TJ4 (Rezept)
https://www.metmuseum.org/art/collection/search/78688 ("和国諸職絵尽 諸織 絵本鏡")
https://ja.wikipedia.org/wiki/ところてん
https://kotobanomado.jp/column/1098/
https://weathernews.jp/s/topics/201908/280225/
https://www.kurashiru.com/articles/35b5c693-7f76-4fa0-86ba-b2003b622d44